Akademisierung in der Pflege
Die Akademisierung in der Pflege trägt laut nationaler und internationaler Studien zur Verbesserung der Pflegequalität und der pflegesensitiven Outcomes bei [1-4]. Durch den Einsatz von Pflegenden mit Bachelor- und Masterabschluss können im Studium erworbene Kompetenzen zielgerichtet in der direkten Versorgung eingesetzt werden. Das Institut für Pflegewissenschaft fokussiert zur weiteren Professionalisierung der Pflege die folgenden Aktivitäten im Bereich Akademisierung:
- Umsetzung des Konzepts zur Akademisierung der Pflege am LMU Klinikum München
- Begleitung und Unterstützung der Bachelor-Pflegenden in der Durchführung von Praxisentwicklungsprojekten
- Begleitung und Unterstützung der Pflegeexpertinnen und -experten APN in der Einarbeitung sowie Rollenentwicklung
- Begleitung und Unterstützung von Qualifizierungsarbeiten (Bachelor, Master, Promotion) und Praktika
- Erfassung von Kennzahlen zu akademisierten Pflegenden
Die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis am LMU Klinikum München kann über das Linking-Pin-Modell [5, 6] abgebildet werden.
Pflegefachpersonen mit Bachelorabschluss (PmB) übernehmen dabei die Rolle eines Practice-Based Linking Pin: Sie übertragen wissenschaftliche Erkenntnissen in die praktische Versorgung auf der Station. Hierbei berücksichtigen sie Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten, ihren An- und Zugehörigen sowie dem Stationsteam und den Stationsleitungen.
Pflegeexpertinnen und -experten APN fungieren als weitere Linking Pins. Sie verfügen über vertiefte Forschungskompetenzen und spezialisiertem Wissen zur direkten Versorgung einer bestimmten Patientenpopulation oder Pflegephänomenen über die Stationsgrenzen hinweg. Damit verbinden sie zwei Perspektiven: die praxisnahe Expertise für eine definierte Patientenpopulation und die wissenschaftliche Expertise als Scientific Linking Pin.
Das Institut für Pflegewissenschaft (IfPW) ergänzt diese Struktur als zusätzlicher Scientific Linking Pin. Durch einzelne oder gemeinsame Praxisentwicklungsprojekte von PmB, APN und IfPW entsteht ein Living Lab, in dem Fragestellungen aus der Versorgung systematisch aufgegriffen und evidenzbasiert weiterentwickelt werden.
[1] Aiken, L. H., Cerón, C., Simonetti, M., Lake, E. T., Galiano, A., Garbarini, A., Soto, P., Bravo, D. & Smith, H. L. (2018). Hospital Nurse Staffing and Patient Outcomes. Revista Médica Clínica Las Condes, 29(3), 322–327. https://doi.org/10.1016/j.rmclc.2018.04.011
[2] American Association of Colleges of Nursing. (2023). Fact Sheet: The Impact of Education on Nursing Practice. https://www.aacnnursing.org/news-data/fact-sheets/impact-of-education-on-nursing-practice
[3] Bartholomeyczik, S. (2017). Zur Entwicklung der Pflegewissenschaft in Deutschland – eine schwere Geburt. Pflege & Gesellschaft, 22(2), 101–118.
[4] Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe. (2016). Position des DBfK zum Einsatz von primärqualifizier-ten Bachelor of Nursing in der Pflegepraxis. https://www.dbfk.de/media/docs/newsroom/dbfk-positionen/Position-BSN-Einsatz-in-Praxis_2016-07-26final.pdf
[5] Everink, I., Urlings, J., Griffiths, A., Verbeek, H [Hilde], Haunch, K., Spilsbury, K., Hamers, J. & Devi, R. (2023). Bridging the gap between science and care: a qualitative exploration of the role of the Scientific Linking Pin researcher working in research and practice partnerships. Journal of Long-Term Care. Vorab-Onlinepublikation. https://doi.org/10.31389/jltc.212
[6] Verbeek, H [H.], Zwakhalen, S. M. G., Schols, J. M. G. A., Kempen, G. I. J. M. & Hamers, J. P. H. (2020). The Living Lab In Ageing and Long-Term Care: A Sustainable Model for Translational Research Improving Quality of Life, Quality of Care and Quality of Work. The journal of nutrition, health & aging, 24(1), 43–47. https://doi.org/10.1007/s12603-019-1288-5