Gerlach betonte: „Im Bereich der erwachsenen Palliativversorgung geht es neben herkömmlichen Befunden insbesondere auch um das Befinden von Patientinnen und Patienten. Sie können erstmalig ohne Dokumentationsumwege ihre körperlichen Symptome, psychischen Belastungen oder praktischen Probleme direkt in ihre Patientenakte mittels der IPOS-App (Integrated Palliative Care Outcome Scale) übermitteln. Das Team der Palliativstation kann mit diesen Informationen den aktuellen Krankheitsverlauf nachvollziehen und dadurch noch frühzeitiger auf Veränderungen oder Verschlechterungen reagieren. Die App wurde bereits vom LMU Klinikum entwickelt und soll nun flächendeckend in ganz Bayern zur Anwendung kommen.“
Prof. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum: „Dank der Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums können wir diese innovative Lösung flächendeckend in Palliativstationen in Bayern einführen. Die IPOS-App wird dazu beitragen, die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern und Betroffene in einer besonders vulnerablen Lebensphase bestmöglich zu begleiten.“
Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des LMU Klinikums, Prof. Markus M. Lerch: „Wir danken unserer Gesundheitsministerin dafür, dass sie zwei Projekte für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen unterstützt. Das eine hilft Familien mit betroffenen Kindern, die Betreuung viel besser zu planen. Das zweite gibt Menschen am Lebensende einen großen Teil ihrer Autonomie und Selbstbestimmung wieder zurück.“
Gerlach ergänzte: „Palliativversorgung ist nicht nur eine medizinische Fachrichtung, sondern vor allem auch eine Idee und eine Haltung. Diese lebt davon, dass wir sie immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rufen. Die Bayerische Staatsregierung fördert daher zahlreiche innovative Projekte, um die Palliativarbeit weiterzuentwickeln und breiter aufzustellen.“
Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert das von Frau Prof. Führer entwickelte und über drei Jahre laufende Projekt „Advance Care Planning für Kinder“ am Kinderpalliativzentrum des LMU Klinikums Großhadern mit rund 127.000 Euro.
Das von Frau Prof. Bausewein initiierte, ebenfalls über drei Jahre laufende Projekt „IPOS-App“ an der Palliativstation am Klinikum Großhadern wird mit rund 420.000 Euro unterstützt.
Weitere Informationen zur Hospiz- und Palliativversorgung finden Sie unter: https://www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/hospiz-palliativ/.