Tumorzentrum München (Ernährung)

Mögen Krebszellen wirklich keine Himbeeren?

Wissen gegen Krebs

Sehr oft werden wir in der Patienten-Beratung auf das Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ von Prof. Dr. med. Richard Béliveau und Dr. med. Denis Gingras angesprochen [1]. Beinahe jedermann bzw. jedefrau scheint diesen Klassiker der Krebsliteratur gelesen oder zumindest davon gehört zu haben. Mittlerweile existiert neben dem inzwischen neu aufgelegten und aktualisierten Original-Buch auch das Nachfolgewerk: „Krebszellen mögen keine Himbeeren: Das große Buch der Prävention“, und sogar ein passendes Kochbuch ist erschienen [2, 3] Was ist nun dran am Mythos der Krebszellen und der Himbeeren?

Koch-App „Health Food"

Angebot des Tumorzentrums München

Praktische Informationen finden Sie z.B. auf der Koch-App „Health Food" (kostenlos bei Apple Store oder Google-Play)

Ernährung bei Krebs: Gesprächsabend (vom 9.4.2020)

Nicole Erickson M.Sc, RD, Ernährungswissenschaftliche Koordinatorin

Krebszentrum – CCC MünchenLMU

Ernährung ist ein wichtiges Thema für die meisten Krebsbetroffenen. Nach der Diagnosestellung suchen Sie als Patientin möglicherweise nach Informationen über die „richtige Ernährung“ bei Krebs. Allerdings gibt es mittlerweile einen Dschungel an Informationsquellen, wovon nicht immer alle fundierten Inhalte vermitteln. Beispielsweise sind Internet und Printmedien zum Teil voll von widersprüchlichen und oft nicht wissenschaftlich belegten Ernährungsratschlägen. Für viele Menschen ist auch nicht leicht erkennbar, wann es sich um evidenzbasierte Informationen und wann um Scharlatanerie handelt.

Wie können Sie Ernährungsempfehlungen bewerten?

Vertrauenswürdige Empfehlung

Ziel

  • der Erhalt oder die Verbesserung des individuellen Ernährungszustands, Lebensqualität und der Immunabwehr

Individualität

  • selbstbestimmtes Essen ohne unnötige Einschränkungen

Flexibilität

  • Genuss am Essen steht im Mittelpunkt
  • „Ich kann mir nehmen wonach mein Körper gerade verlangt“

Skeptisch zu betrachtende Empfehlung

Ziel

  • die Heilung der Erkrankung wird angepriesen, z.B. durch Aushungern des Tumors

Individualität

  • Verbote und Vorschriften

Flexibilität

  • Sie bekommen durch die Empfehlung ein schlechtes Gewissen, oder Angst, das „falsche“ Lebensmittel zu verzehren
  • „Essen mit Gewissen“
Verbote, strenge Vorgaben und Einschränkungen können Sie unter unnötigen Stress setzen. Die Befolgung von Therapieansätzen, die nicht fundiert sind, könnte unter Umständen sogar zu Wechselwirkungen mit der Chemotherapie führen und kostet viel Energie, die an anderer Stelle dringend gebraucht wird.

Sollten Sie Interesse an alternativen Ernährungsmethoden haben, informieren Sie unbedingt Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ernährungsfachkraft darüber. Diese können Ihnen wissenschaftlich fundierte Informationen vermitteln und mit Ihnen gemeinsam einen guten Weg finden, Ihren Ernährungszustand zu optimieren ohne Ihren Therapieerfolg zu gefährden.

Vertrauenswürdige Websites zum Thema Ernährung bei Krebs