News | 27.10.2026

Krebsprävention in die Breite der Bevölkerung bringen

Am ersten Münchner Präventionssymposium nahmen rund  200 Expertinnen und Experten vor Ort und digital teil
Wie bringen wir Krebsprävention in die Breite der Bevölkerung? Dieser zentralen Frage widmeten sich im Oktober Expertinnen und Experten beim Münchner Präventionssymposium. Anlässlich des Bayerischen Präventionstages lud das CCC München gemeinsam mit der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V., dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. in die Katholische Akademie in München ein. Mit einer Wanderausstellung und dem Projekt "CCC macht Schule" bietet auch das CCC München am LMU Klinikum zwei Präventionsprojekte für die breite Öffentlichkeit an.
Das erste Münchner Präventionssymposium mit rund 200 Teilnehmenden fand im Oktober anlässlich des Bayerischen Präventionstages statt

„Das Münchner Präventionssymposium wurde mit dem Ziel konzipiert, die Diskussion zum aktuellen Stand der Krebsprävention auf allen Ebenen zu ermöglichen und wurde mit sehr großem Interesse aufgenommen“, sagt Prof. Dr. Volker Heinemann, Direktor des CCC München. Knapp 200 Gäste verfolgten vor Ort oder im Livestream spannende Vorträge und intensive Diskussion rund um aktuelle Perspektiven und Herausforderungen in der Krebsprävention.

Am Vormittag standen zunächst epidemiologische Daten zu Krebserkrankungen sowie die Frage im Mittelpunkt, warum Deutschland in der Krebsprävention weiterhin Nachholbedarf hat. Zum Thema Verhaltensprävention stellten verschiedene Referenten Maßnahmen zur Steigerung der HPV-Impfaktivität sowie Projekte zur Präventionsarbeit an Schulen vor. „Wir verfügen heute über immer bessere Möglichkeiten, Krebs frühzeitig zu erkennen. Die Herausforderung besteht darin, dieses Wissen und die verfügbaren Angebote möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen", erläuterte Prof. Dr. Hana Algül, Direktor des CCC München.

Der Nachmittag widmete sich insbesondere der Verhältnisprävention und der Frage, wie die Krebsprävention in Bayern strukturell weiterentwickelt werden kann. Dr. Martina Enke gab hierzu als Vertreterin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention Einblicke in den Masterplan Prävention Bayern. Anschließend stellten die AOK Bayern und die Audi BKK ihre Aktivitäten und Ansätze vor. Ergänzend präsentierten sich verschiedene Netzwerke, die sich für die Krebsprävention engagieren. Eine abschließende Podiumsdiskussion ordnete die strategische Ausrichtung der Präventionsaktivitäten ein.

Weitere Informationen zum Präventionssymposium

 Präventionsprojekte des CCC MünchenLMU

Das CCC MünchenLMU bietet im Bereich Krebsprävention unter anderem eine Wanderausstellung sowie ein Sensibilisierungsprojekt für Schülerinnen und Schüler an. 

Früh ansetzen: Krebsprävention bei Jugendlichen

Wie wichtig es ist, bereits junge Menschen für Krebsprävention zu sensibilisieren, zeigt eine Studie des CCC München mit 923 Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen. In sechs multimedial gestalteten Unterrichtseinheiten lernten die Jugendlichen die zwölf Empfehlungen des Europäischen Kodex (4. Auflage) gegen Krebs kennen – von Bewegung und Ernährung über Alkohol und Rauchen bis hin zu Impfungen und Sonnenschutz.

Vor dem Unterricht kannten die Jugendlichen im Durchschnitt nur etwa vier der zwölf Empfehlungen. Direkt nach dem Programm waren es knapp acht Empfehlungen. Besonders deutlich nahm das Wissen zu Impfungen, Bewegung und Stillen zu. Auch drei Monate später lag das Wissen noch deutlich über dem Ausgangsniveau. Die Ergebnisse zeigen: Schulische Präventionsangebote können das Wissen über Krebsprävention frühzeitig und nachhaltig stärken.

Projekt-Website: CCC macht Schule
Studie zu CCC macht Schule

Prävention vor Ort: Wissen, das Menschen erreicht

Wie Krebsprävention niedrigschwellig und alltagsnah vermittelt werden kann, zeigt die mobile Ausstellung „Schritt für Schritt durch die Krebsprävention“ des CCC München. Sie vermittelt zentrale Empfehlungen zur Krebsprävention interaktiv und verständlich und kann flexibel an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden.

Eine begleitende Evaluation mit 123 Teilnehmenden zeigt positive Ergebnisse: 87,8 Prozent gaben an, durch die Ausstellung etwas Neues gelernt zu haben, 83,7 Prozent wollten mindestens eine Empfehlung zur Krebsprävention umsetzen und 96,7 Prozent planten, die erhaltenen Informationen mit anderen zu teilen.

Seit ihrer Entwicklung ist die Ausstellung nahezu durchgehend ausgeliehen und erreicht Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenswelten – in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen wie der Polizei München und dem Landgericht, an Universitätskliniken in ganz Deutschland sowie in Einkaufszentren und Volkshochschulen.

Die Ergebnisse und die große Nachfrage zeigen, dass die mobile Ausstellung ein flexibles und gut übertragbares Format ist, um Wissen über Krebsprävention dorthin zu bringen, wo Menschen leben und arbeiten. Aktuell wird an einer Weiterentwicklung der Ausstellung gearbeitet, um das erfolgreiche Konzept künftig noch breiter einsetzen zu können.

Projekt-Website: Wanderausstellung
Publikation zur Wanderausstellung
Präventionsangebote des CCC München (LMU)
Europäischer Kodex zur Krebsprävention