Pressemitteilungen | 12.05.2026
Internationaler Tag der Pflege
Vom LMU Klinikum aufs Hospitalschiff
Vanessa Body ist für ihr Engagement und ihren Lebensweg mit dem „Pflegerin des Jahres 2026“-Award ausgezeichnet worden
Es war ihr Cousin, der Vanessa Body dazu inspirierte, einen medizinischen Beruf anzustreben. Er hat als Übersetzer bei Mercy Ships gearbeitet, und seine Erlebnisse beeindruckten die junge Madagassin nachhaltig. „Damals wusste ich: „Ich möchte eines Tages selbst auf der Africa Mercy arbeiten“, erzählt sie.
Der Weg dorthin führte über mehrere Stationen: Nach der Schule ging Vanessa Body als Au-pair nach Deutschland, um ihr Deutsch zu verbessern. Es folgte ein Bundesfreiwilligenjahr in Bad Tölz. Anschließend absolvierte sie dort eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeitete danach in der Notaufnahme. Zusätzlich sammelte sie Erfahrung im Bereich Anästhesie in einer orthopädischen Klinik.
Seit Sommer 2025 arbeitet Vanessa Body als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Anästhesie des LMU Klinikums am Campus Innenstadt. „Ich habe mich bewusst für das LMU Klinikum entschieden, weil es als Universitätsklinikum viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten bietet und international ist“, sagt sie. „Ich kann durch den Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen sehr viel lernen.“
Der Traum von den Mercy Ships hat sie nie losgelassen: „Viele Menschen in Madagaskar können sich medizinische Versorgung nicht leisten“, sagt sie. Rund 75 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Patienten müssen oft Hunderte Kilometer zurücklegen, um auf den Hospitalschiffen Hoffnung und Heilung zu finden.
Seit mehr als 45 Jahren bringt die internationale Hilfsorganisation Mercy Ships medizinische Hilfe in Entwicklungsländer. Auf der Africa Mercy, einer umgebauten Fähre, gibt es fünf Operationsräume, eine Intensiv- sowie eine allgemeine Station mit rund 80 Betten. Dazu kommen ein CT, Röntgengeräte, ein Labor und eine Apotheke. Eine Schule an Bord bietet Fortbildungen für lokale Fachkräfte an. Rund 450 Menschen aus 45 Nationen arbeiten auf dem Schiff.
„Der Einsatz auf der Africa Mercy war mehr als nur ein Job – es war die Erfüllung eines Traums“, sagt Vanessa Body. An die starke Gemeinschaft an Bord erinnert sie sich besonders gerne: Es gab gemeinsame Briefings, Anästhesieschulungen und Rituale im Arbeitsalltag. Der Austausch mit internationalen Kolleginnen und Kollegen habe ihren Blick erweitert, denn einige Abläufe unterscheiden sich von Land zu Land.
Auch medizinisch sammelte sie neue Erfahrungen: „Ich habe Krankheitsbilder gesehen, die ich aus Deutschland nicht kannte“, berichtet Body, etwa große Tumore im Kopfbereich oder schwere Fälle von grauem Star. Viele Patienten seien seit Jahren erkrankt, ohne Zugang zu ärztlicher Hilfe gehabt zu haben. „Nach einer kurzen Routineoperation sind sie oftmals wieder gesund“, erzählt sie.
Im OP konnte Vanessa Body neben ihrer fachlichen Arbeit durch ihre Sprachkenntnisse – Englisch, Französisch, Deutsch und Malagasy – vermitteln und Vertrauen schaffen. „Ich habe mich für eine Pflegeausbildung entschieden, weil man viel gibt und viel zurückbekommt“, sagt sie. Das hat sie auch bei ihrem Einsatz in Madagaskar gespürt: „Die Dankbarkeit der Menschen zu erleben, berührte mich tief und hat mir unglaublich viel Kraft geschenkt.“
Die diesjährigen Gewinner des „Pfleger/Pflegerin des Jahres“-Awards: Vanessa Body (r.), Anästhesiepflegerin am LMU Klinikum München, mit Manja Bergmann und Jonas Kirschner.
Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai wurde Vanessa Body mit dem 3. Platz beim „Pflegerin des Jahres“-Award der Initiative „Herz & Mut“ ausgezeichnet – für ihr ehrenamtliches Engagement und ihren mutigen Lebensweg: „Dass sie ihre Fähigkeiten nutzt, um in ihrer Heimat Hoffnung zu schenken, Leid zu lindern und Menschen neue Lebensperspektiven zu geben, verdient größten Respekt“, sagt Mirjam Rienth, Inhaberin des Preisinitiators Jobtour medical. „Ihr Weg ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, mit wie viel Hingabe, Mut und Menschlichkeit sich Pflegekräfte weltweit für andere Menschen einsetzen.“
„Die Auszeichnung bedeutet sehr viel für mich“, sagt Vanessa Body. Ein großer Dank gehe auch an ihre Kolleginnen und Kollegen, dass sie ihren Einsatz auf der Africa Mercy möglich gemacht haben und ihre Arbeit wertschätzen. „Wir freuen uns mit Vanessa Body über diese besondere Auszeichnung“, sagt Carolin Werner, Pflegedirektorin und Vorständin am LMU Klinikum München. „Ihr ehrenamtlicher Einsatz zeigt eindrucksvoll, was Pflege im Kern ausmacht: Kompetenz und Menschlichkeit. Mit ihrem Engagement, ihrer Lernbereitschaft und ihrer Offenheit ist sie eine große Bereicherung für unser Team und für unsere Patientinnen und Patienten. Zugleich ist sie ein überzeugendes Beispiel dafür, wie wertvoll Diversität in der Pflege ist.“
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