Mehr als 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Industrie, Gesundheitswesen und Politik, darunter Professor Michael Hoelscher (Institut für Infektions- und Tropenmedizin, LMU Klinikum und Fraunhofer ITMP-IIP), kamen zusammen, um Perspektiven und innovative Ansätze zur Vorbereitung auf mögliche Pandemie- und Krisensituationen im Gesundheitswesen zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass eine wirksame Vorbereitung auf Ausbrüche von Infektionskrankheiten nur durch das Zusammenspiel von Prävention, Überwachung und schnellen Reaktionsfähigkeiten erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang spielt Bayern dank seiner starken Forschungslandschaft und gezielter Initiativen eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung innovativer Gesundheitslösungen.
Die Veranstaltung brachte führende nationale Expertinnen und Experten zusammen, darunter Vertreter von Roche, dem Robert Koch-Institut, der Bundeswehr, Fraunhofer, Helmholtz Munich, beiden Münchner Universitäten sowie weiteren wichtigen Organisationen aus den Bereichen Infektionsforschung und Gesundheitsinnovation.
Es wurde deutlich, dass eine effektive Pandemieprävention nur durch eine integrierte Kombination aus Prävention, Überwachung und schnellen Reaktionsfähigkeiten gelingen kann. Bayern trägt hierzu sowohl durch seine Stärke als führender Forschungsstandort als auch durch gezielte Initiativen bei.
Aus den Diskussionen lassen sich zentrale Botschaften für die zukünftige Gestaltung des Gesundheitswesens und der Resilienz ableiten:
- Pandemien kennen keine Grenzen: Internationaler Gesundheitsschutz ist nationaler Gesundheitsschutz – niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind.
- Wir müssen Dual-Use-Strategien verfolgen, um sicherzustellen, dass Prävention, Diagnostik, Therapeutika und Überwachung krisenbereit sind – Pandemievorsorge ist nicht optional, insbesondere in Zeiten geopolitischer Herausforderungen.
- Forschung, Entwicklung und Produktion müssen unabhängig von Drittstaaten und globalen Lieferketten sein.
- Klare Zuständigkeiten und Governance sind entscheidend, ebenso wie mehr Geschwindigkeit, mehr finanzielle Mittel und weniger Bürokratie.
- Umweltfaktoren sind entscheidend für die Resilienz der öffentlichen Gesundheit. Werden sie ignoriert, wirkt sich dies negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und erhöht die Gesundheitskosten.
- Vertrauensaufbau erfordert die Schulung von Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, medizinischem Personal und der breiten Bevölkerung.
- Wir müssen Brücken bauen, indem wir Sprache, Daten, Strukturen und Aktivitäten über Grenzen hinweg harmonisieren.
Im Fokus standen aktuelle europäische und nationale Strategien zur Pandemieprävention sowie die Rolle regionaler Initiativen. Die Veranstaltung stellte wichtige bayerische Projekte wie die Pandemic Alliance Munich (PAM), das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI), das Bayerische Kompetenzzentrum für Gesundheitsschutz im Klimawandel und die Bavarian Health Cloud (BHC) heraus. Diese Initiativen zeigen beispielhaft, wie Bayern seine Stärken in Forschung, translationaler Medizin und Digitalisierung im Gesundheitswesen bündelt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie die sektorübergreifende Zusammenarbeit gestärkt werden kann. In interaktiven Diskussionsformaten tauschten sich die Teilnehmenden über notwendige Rahmenbedingungen für Innovationen im Gesundheitswesen aus – von Dateninfrastruktur und regulatorischen Aspekten bis hin zu Finanzierung und internationaler Zusammenarbeit.
Weitere Informationen zur Veranstaltung (BioM Website, 14.04.2026)