AG Orban/Scherer

kardiogener Schock und medizinische Informatik

In Deutschland stellt der kardiogene Schock die häufigste Todesursache von Herzinfarktpatientinnen und -patienten im Krankenhaus dar. Trotz neuer Therapiekonzepte hat sich die Sterblichkeit im Krankenhaus für dieses Patientenkollektiv im letzten Jahrzehnt nicht wesentlich gebessert und liegt weiterhin bei circa 50%.

Das Heart-Team am LMU Klinikum, bestehend Ärztinnen und Ärzten der Kardiologie und der Herzchirurgie, behandelt pro Jahr ungefähr 100 bis 200 Patienten mit diesem Krankheitsbild, auch unter dem Einsatz von mechanischen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystem, und zählt damit zu einem der größten Zentren Europas.

Viele Therapiekonzepte in der Behandlung des kardiogenen Schocks, wie z. B. die medikamentöse Therapie mit Katecholaminen oder der Einsatz des mechanischen Kreislaufunterstützungssystems veno-arterielle extra-korporale Membranoxygenierung (VA-ECMO, synonym auch extra-coporeal life support, ECLS), wurden bisher nicht in größeren kontrollierten, randomisierten klinischen Studien untersucht.

Umso wichtiger ist es daher, dieses Patientenkollektiv im Rahmen von prospektiven Registern genauer zu untersuchen. Die frühzeitige Erkennung und damit Behandlung von Komplikationen auf Intensivstation stellen eine wichtige Maßnahme zur Besserung der Prognose dar, auch unter dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. Daher hat unsere Arbeitsgruppe das sogenannte LMUshock-Register über mehrere Jahre hinweg aufgebaut, in welches Patienten mit kardiogenem Schock und/oder nach kardiopulmonaler Reanimation aufgenommen werden (WHO Studiennummer: DRKS00015860). In das LMUshock-Register wurden bereits über 1100 Patienten eingeschlossen.

Weiterhin beteiligt sich unsere Arbeitsgruppe an internationalen randomisierten Studien wie der EURO-SHOCK-Studie.