Studium

Bis auf die Vorlesungen sind alle Veranstaltungen des Pädiatrie-Unterrichtes Pflichtveranstaltungen. Nach den Vorgaben der Studienordnung dürfen maximal 10 Prozent jeder Veranstaltung versäumt werden.

Die 13 pädiatrischen Vorlesungen behandeln wesentliche Fachgebiete der Kinderheilkunde (Infektiologie, Pneumologie, Gastroenterologie, Stoffwechselmedizin, Neurologie, Onkologie, Hämostaseologie, Endokrinologie, Nephrologie, Kardiologie, Neonatologie, Ernährung, Immunologie) und werden in der Regel von den Abteilungsleitern gehalten.

Jeder Studierende besucht zudem 5 Seminare zu den folgenden Themen: Impfungen, Entwicklungsneurologie, Gastroenterologie, Notfälle und Kommunikationstraining. 

Eine Perle der Pädiatrie ist der Säuglingsuntersuchungskurs, der aus einem vorbereitenden Simulationstraining (Übung an der medizinischen Babypuppe) und einem Stationstermin mit einem Säugling besteht. In diesem Kurs werden die Besonderheiten der Anamnese und körperlichen Untersuchung im Säuglingsalter herausgearbeitet und geübt.

In 8 zweistündigen POL-Tutorials bearbeiten die Studierenden 4 ausgewählte klinische Fälle. Unter der Leitung ärztlicher Dozierender entwickeln sie dabei eigene Fragestellungen, Hypothesen und Konzepte, um das Rätsel gemeinsam zu lösen.

Zum Training differentialdiagnostischer Überlegungen und zur Schärfung des klinischen Blickes erfolgen interaktiv zwei Repetitorien/Übungen, in dem online anhand kurzer Fallvignetten und Bilder die diagnostische und therapeutische Vorgehensweise wichtiger pädiatrischer Krankheitsbilder geübt wird.

Integriert in die theoretischen Pädiatrie-Wochen finden kinderchirurgische Vorlesungen zu den folgenden Themen statt: Neugeborenenchirurgie, pädiatrische Visceralchirurgie/Notfälle, Kindertraumatologie, Kinderurologie, pädiatrisch-plastische Chirurgie, Spina bifida und Hydrocephalus, spezielle kinderchirurgische-onkologische Forschung, Hernien, Hodenhochstand, Thoraxchirurgie und Kinderchirurgie international.

Zusätzlich vertiefen die Studierenden parallel zum theoretischen Unterricht ihr Wissen in einem pädiatrischen Online-Seminar, welches sowohl der Vorbereitung als auch der Ergänzung des Präsenzunterrichtes dient. Es besteht aus 11 CASUS-Lernfällen, der video-gestützten Lerneinheiten („Age-Guessing“) und einer abschließenden Einheit („Look and Choose“), die idealerweise auf das Blockpraktikum vorbereiten soll. Das erfolgreiche Absolvieren aller Fälle wird mit einem Zertifikat belohnt.

Das einwöchige Blockpraktikum wird in allen Ferien- und Semesterwochen angeboten, so dass in der Regel ein - (max.) zwei Studierende auf Station den ärztlichen Alltag erproben können.

Hieran sind mehr als 20 Intensiv- und Normalstationen, Ambulanzen und Tageskliniken beteiligt. Zuständig sind die Oberärzte der Abteilungen. Die Studierenden werden in den klinischen Alltag integriert, bekommen Patienten zugewiesen und sollen auf diesem Wege Kenntnisse, praktische Fertigkeiten und angemessenes ärztliches Verhalten vermittelt bekommen.

Abschließend wird die Erstellung eines Arztbriefes zum betreuten Kind gefordert, der dann direkt mit den Dozierenden besprochen wird.

Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, nachts oder am Wochenende in der pädiatrischen Notfallambulanz mitzuarbeiten. Die erbrachten Leistungen und die Benotung werden mithilfe eines standardisierten Bewertungsbogens festgehalten.

Im neurologischen Kinderuntersuchungskurs bekommen besonders interessierte Studierende die Möglichkeit, die Schulreifeuntersuchung an gesunden Kindergartenkindern im Vorschulalter durchzuführen. Der Kurs umfasst eine Einführungsveranstaltung, in der alle Grundlagen für die anschließende Untersuchung und Besonderheiten im Kindergartenalter vermittelt werden. Im praktischen Kursteil werden dann im Verhältnis 1-2 Studierende zu 1 Kindergartenkind die neurologischen Untersuchungen unter Anleitung erfahrener, neuropädiatrischer Dozierender durchgeführt. Dieser Kurs wird 2 x pro Semester angeboten und ist pro Kurstag auf 12-16 Plätze beschränkt.

Zur besseren Vorbereitung auf den nahenden Berufsalltag haben wir ein zweistündiges, videogestütztes Kommunikationstraining (Überbringen schlechter Nachrichten, kurz „BBN“) als eines der Pflichtseminare für alle Modul 5-Studierende eingeführt. Es soll den Studierenden Gelegenheit geben, schwierige Gesprächssituationen in der Pädiatrie in Rollenspielen zu simulieren. Jede Seminargruppe (20 Studierende) wird von jeweils zwei besonders geschulten Dozierenden betreut. Zunächst wird parallel in zwei Gruppen in getrennten Räumen die von den Studierenden gewählte Gesprächssituation per Video aufgezeichnet. Jeweils drei Studierende spielen dabei die ärztliche Rolle und die Rollen eines Elternpaares. Grundlegende Besonderheit ist die fundierte Analyse und Diskussion beider Videoaufzeichnungen in der großen Gruppe, die im Anschluss an die Aufzeichnungen zusammengeführt wird. Im Kurs werden wichtige Grundregeln des Arzt-Patient-Gespräches und des konstruktiven Feedbacks als bedeutsamer Bestandteil in der Fehlerkultur in der Klinik vermittelt.

Das pädiatrische Simulationstraining, kurz PädSimTrain, ist ein weiterer Pflichtkurs für alle Modul 5-Studierenden. Spezifisch soll die Untersuchung von Säuglingen geübt werden, bevor die Studierenden auf Station Säuglinge untersuchen dürfen. Weitere Elemente des PädSimTrain sind Elemente der Notfallversorgung in der Pädiatrie wie die Reanimation von Säuglingen und Kleinkindern, Age guessing mit Medikation, Palpation des Abdomen und Zugänge legen.