Gelenkerhaltende Chirurgie an Becken und Hüftgelenk 

Probleme am Hüftgelenk – Arthroskopie oder offene Operation?

Die Arthroskopie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer etablierten Therapie von Erkrankungen und Verletzungen des Hüftgelenkes entwickelt. Gleichzeitig haben sich neue Therapieansätze durch dieses Verfahren ergeben. Viele angeborene bzw. erworbene Formveränderungen und Fehlstellungen am Hüftgelenk lassen sich durch einen arthroskopischen Eingriff schonend beheben. 

Fakten Check Arthroskopie am Hüftgelenk

  • Eine Arthroskopie des Hüftgelenks bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung und Lagerung des Patienten auf einem Extensionstisch. In der Regel sind zwei, bei Labrumrissen drei kleine, zirka 1 cm große Schnitte notwendig.
  • Je nach Komplexität des Eingriffs dauert die Operation zirka 1 – 2 Stunden. Der Krankenhausaufenthalt beträgt je nach Ausmaß der arthroskopischen Operation etwa 2 Tage.
  • Nach der Operation wird eine Teilbelastung des Beines an Gehstützen für mind. 2 Wochen empfohlen. Dann kann bereits wieder belastet und mit Radfahren und Schwimmen begonnen werden.


Liegen ausgeprägte Formveränderungen des Hüftgelenkes vor, stößt die Arthroskopie nicht selten an ihre Grenzen. In solchen Fällen sollten offene Verfahren bevorzugt werden. Auch diese können in der Regel in minimal-invasiver Technik angeboten werden. Die offene chirurgische Hüftluxation nach Ganz, welche über einen etwas größeren Hautschnitt am seitlichen Oberschenkelaspekt durchgeführt wird, bleibt der Beseitigung von speziellen Problemen am Hüftgelenk vorbehalten.

Fakten Check Offene Operation am Hüftgelenk

  • Durch einen kleinen Schnitt am vorderen Aspekt des Oberschenkels („mini-open“ anteriorer Zugang zum Hüftgelenk) lassen sich offen oder arthroskopisch-gestützt Eingriffe durchführen, die rein arthroskopisch unter Umständen nicht mehr möglich sind.
  • In manchen Fällen ist zur Korrektur einer Fehlstellung am Becken eine Osteotomie notwendig. Hierbei wird das Becken um die Hüftpfanne herum an verschiedenen Stellen durchtrennt (z.B. Periazetabuläre Osteotomie nach Ganz). Die Hüftpfanne wird dann in korrigierter Orientierung über dem Hüftkopf verschraubt.
  • Je nach Komplexität des Eingriffs kann die Operation mehrere Stunden dauern. Der Krankenhausaufenthalt beträgt je nach Ausmaß der Operation etwa 3-7 Tage. Eine mehrwöchige Teilbelastung des operierten Beines an Unterarmgehstützen wird empfohlen. 


Sehr gerne stehen wir Ihnen für eine ausführliche Beratung und Untersuchung vor Ort zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie hierzu einen Termin in unserer Hüftsprechstunde oder in unserer Privatsprechstunde

Das Muskuloskelettale Universitätszentrum München hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele entwicklungsbedingte, überlastungsbedingte oder traumatologisch-bedingte Erkrankungen der Hüfte evidenzbasiert und entsprechend den  neuesten medizinischen Standards gelenkerhaltend zu behandeln. Dabei ist es uns wichtig, die Lebensqualität unserer Patienten langfristig zu verbessern.

Die Hüftgelenksydysplasie und deren Folgen kann Patienten jeglichen Alters betreffen. Um nicht nur Erwachsenen sondern auch Kindern und  Säuglingen gerecht zu werden und diese bzw. deren Eltern umfassend hinsichtlich eines hüftgelenkserhaltenden Eingriffes beraten zu können, haben wir ein Team aus Spezialisten aus den Bereichen Kinderorthopädie, Beckenchirurgie und Sportorthopädie zusammengestellt.  So können wir Sie unter Rücksicht auf Ihr Alter sowie auf Ihre beruflichen und sportlichen Ansprüche individuell beraten. Minimal-invasive Herangehensweisen haben hierbei natürlich den Vorrang, sofern sie medizinisch sinnvoll sind und zu einer nachhaltigen Besserung der Beschwerden führen. 

Prof. Dr. med. Boris Holzapfel, PhD
Geschäftsführender  Direktor, Lehrstuhl Orthopädie
+49 89 4400 72771
Prof. Dr. med. Thomas Niethammer
Leitender Oberarzt, Leitung Schwerpunkt Knie & Sport, Hauptoperateur
089 4400 72771
Dr. med. Christian Ziegler
Leiter Schwerpunkt Kinder-, Jugend- und Neuroorthopädie
089 4400 73920 / -73931

Durch eine Formveränderung des Gelenkes im Bereich des Oberschenkelknochens und/oder der Hüftpfanne ist dessen Beweglichkeit eingeschränkt und es kommt zu einem Anschlagen des Oberschenkelknochens an der Hüftpfanne (mechanischer Konflikt). Eine solche Formveränderung kann sowohl jüngere Personen als auch Erwachsene betreffen. Die Beschwerden werden häufig in der Leistengegend oder im Bereich des Gesäßes angegeben und treten nicht selten beim tiefen Sitzen oder bei Beugung des Hüftgelenkes auf. Vor allem die Innendrehfähigkeit im Hüftgelenk ist eingeschränkt. 

Labrumläsionen sind meist Folge einer Formveränderung des Hüftgelenkes mit Impingement-Syndrom, können jedoch auch nach einem Trauma auftreten. Somit sind die beklagten Beschwerden ähnlich. 

Häufig kommt es neben einer Bewegungseinschränkung zu lageabhängigen, plötzlich auftretenden Schmerzen und einem „Einklemmungsgefühl“ im Hüftgelenk. 

Ist das Hüftgelenk entzündet, so ist vor allem die Gelenkinnenhaut betroffen und es kommt zu einer Synovialitis. Zu einer Entzündung des Hüftgelenkes kann es durch unterschiedliche Erkrankungen kommen. Durch eindringende Bakterien kann eine akute Infektion des Hüftgelenkes entstehen mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl sowie Schmerzen in der Hüfte. Durch eine länger andauernde Reizung des Hüftgelenkes kann eine chronische Entzündung des Hüftgelenkes entstehen, die nicht durch Bakterien verursacht ist. Dies kann beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen auftreten oder durch eine mechanische Überlastung oder beispielsweise durch freie Gelenkkörper.

Die Schleimbeutelentzündung der Hüfte, Läsionen der Glutealsehnen sowie das externe Gelenkschnappen werden auch unter dem Begriff „peritrochantäre Schmerzsyndrome“ zusammengefasst. Dabei empfinden Patienten Schmerzen seitlich der Hüfte im Bereich des Trochanter majors. Überwiegend tritt das peritrochantäre Schmerzsyndrom bei Frauen auf.

Während reine Schleimbeutelentzündungen im Rahmen von Überlastungssyndromen oder nach einem Unfall auftreten können, treten Schleimbeutelentzündungen auch häufig bei Verletzung der Glutealmuskulatur auf. Die Glutealmuskulatur kann im Rahmen einer degenerativen Veränderung geschädigt werden, was auf Dauer zu einer Ruptur am Sehnenansatzes der Glutealmuskulatur am Trochanter major führt. Eine Schädigung der Glutealmuskulatur tritt auch häufig nach Implantation einer Hüfttotalendoprothese auf, insbesondere bei einem seitlichen Zugang, da hierbei die Sehne am Trochanter major geschädigt werden kann. Letzteres ist auch ein Grund weshalb wir zur Implantation einer Hüftendoprothese keinen seitlichen Zugang mehr verwenden, sondern den direkten, minimal-invasiven anterioren Zugang bevorzugen. 

Beim Gelenkschnappen der Hüfte (Coxa saltans) unterscheidet man zwischen einem internen und einem externen Gelenkschnappen. Für das interne Gelenkschnappen ist meistens die Sehne des M. Psoas verantwortlich. Diese springt bei Bewegung der Hüfte, was Patienten mit spürbarem Schnappen und zum Teil mit Schmerzen wahrnehmen. Andere Ursachen für das interne Gelenkschnappen ist das Springen einer Schleimhautfalte (Plica) oder Anteile der Gelenklippe (Labrum). Beim externen Gelenkschnappen springt der Tractus iliotibialis außerhalb des Hüftgelenkes über den Trochanter major. Gerade bei Sportlern und jungen weiblichen Patienten tritt das Gelenkschnappen auf und kann zum Teil auch beidseitig zu Problemen führen.

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