Zentrum für Neurostimulation - ZNSLMU
Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine wirksame, gut verträgliche und sichere Behandlungsmethode bei Depressionen. Sie wird von der Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (2022) ausdrücklich als Therapieoption empfohlen, wenn medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungen nicht ausreichend helfen.
Wer ist bei uns richtig?
Am Zentrum für NeurostimulationLMU steht die Weiterentwicklung der rTMS im Rahmen der universitären Forschung im Mittelpunkt. Deshalb finden viele unserer Behandlungen im Rahmen klinischer Studien statt. Unsere aktuellen Studien finden Sie auf dieser Seite – dort können Sie sich in Ruhe informieren und sich bei Interesse direkt anmelden.
Behandlungen außerhalb von Studien sind grundsätzlich möglich, jedoch nur in begrenztem Umfang. Wenn die Nachfrage hoch ist, können wir leider nicht immer einen Platz anbieten.
Eine rTMS-Behandlung kommt generell für Sie in Betracht, wenn
- wenn Sie an einer Depression leiden und trotz mindestens zweier sachgemäß durchgeführter medikamentöser Therapieversuche keine ausreichende Besserung erzielt haben,
- wenn andere Behandlungsverfahren (z. B. Medikamente) aufgrund von Unverträglichkeiten oder Gegenanzeigen nicht möglich sind,
- als Frühbehandlung bei noch unbehandelter Depression (ausschließlich im Rahmen von Studien).
Für folgende Erkrankungen bieten wir derzeit keine rTMS-Behandlung an:
- Angststörungen (außer in Kombination mit einer Depression)
- Zwangsstörungen
- Schizophrenie und andere psychotische Erkrankungen
- ADHS
- Depersonalisation / Derealisation
- Tinnitus
- Tourette-Syndrom
- Migräne und chronische Schmerzen
- Dementielle Erkrankungen
- Andere neurologische Erkrankungen
Wie kann ich mich zur Behandlung anmelden?
Die Anmeldung zur rTMS-Behandlung erfolgt in der Regel über Ihre behandelnde Fachärztin oder Ihren Facharzt für Psychiatrie. Falls Sie sich derzeit noch nicht in fachärztlicher Behandlung befinden, ist auch eine Zuweisung durch Ihre Hausärzt*in, Neurolog*in oder Psychotherapeut*in möglich.
Für die Prüfung, ob eine rTMS-Behandlung in Ihrem Fall angezeigt ist, benötigen wir einen vollständig ausgefüllten TMS-Anmeldebogen, den Ihre behandelnde Ärzt*in oder Therapeut*in an uns übermitteln kann – postalisch oder per Fax (Details hierzu finden Sie im Anmeldebogen).
Bitte fügen Sie, sofern vorhanden, folgende Unterlagen bei:
- Arztbriefe und Befunde bildgebender Untersuchungen (z. B. MRT des Schädels)
- Aktuelle Laborwerte
- Einen aktuellen Medikamentenplan
- Kurze Angaben zu bisherigen Behandlungsversuchen
Diese Informationen helfen uns, Ihre Situation umfassend einzuschätzen und eine individuell passende Behandlung zu planen.
Was passiert nach der Anmeldung?
- Nach Eingang Ihrer Unterlagen wird Ihr Anliegen in unserer alle 14 Tage stattfindenden Fallkonferenz besprochen. Dort prüfen wir sorgfältig, ob eine rTMS-Behandlung für Sie sinnvoll ist und ob aktuell ein Behandlungsplatz zur Verfügung steht.
- Im Anschluss informieren wir Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt bzw. Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten über das Ergebnis und über die voraussichtliche Wartezeit bis zum Behandlungsbeginn.
- Bevor die Behandlung startet, laden wir Sie zu einem Vorgespräch und einer Eingangsuntersuchung in unser Zentrum ein. Dabei besprechen wir offene Fragen, prüfen Sicherheitsaspekte und erklären Ihnen den Ablauf der Behandlung.
Wie wirkt die Behandlung und wie läuft sie ab?
Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) wird die Aktivität bestimmter Bereiche des Gehirns gezielt von außen über den Schädel (= transkraniell) beeinflusst.
So funktioniert die Behandlung:
- Eine Magnetspule wird an den Kopf gehalten und erzeugt nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion sehr kurze Magnetimpulse.
- Diese Impulse durchdringen die Kopfhaut, erreichen das Gehirn und regen Nervenzellen in der darunterliegenden Hirnregion an.
- Dadurch kann die Aktivität dieser Nervenzellen gezielt verändert werden.
- Die Behandlung ist nicht-invasiv: Es erfolgt kein operativer Eingriff, und keine Narkose ist erforderlich.
- Während der Stimulation kann ein leichtes Klopfen oder Ziehen an der Kopfhaut auftreten, das als ungewohnt empfunden werden kann. Diese Empfindungen sind harmlos und nehmen meist im Verlauf der Behandlung ab.
Hintergrund: Menschen mit Depression zeigen häufig eine veränderte Aktivität im Stirnhirn (präfrontalen Kortex). Durch die rTMS soll diese Aktivität gezielt beeinflusst werden, um depressive Symptome zu lindern.
Behandlungsablauf in unserem Zentrum:
- Wir verwenden überwiegend die Theta Burst Stimulation (iTBS), eine moderne Weiterentwicklung der rTMS.
- Die Behandlung findet an 5 Tagen pro Woche (Montag bis Freitag) über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen statt.
- Eine Sitzung dauert mit Vor- und Nachbereitung etwa 15 bis 20 Minuten.
- Während der Behandlung sitzen Sie entspannt auf einem bequemen Stuhl.
- Die Magnetspule wird am vorderen seitlichen Kopfbereich positioniert und gibt kurze Magnetimpulse ab.
- Zum Gehörschutz erhalten Sie Ohrstöpsel.
Nach Abschluss der Behandlungsserie informieren wir Ihre behandelnde Ärzt*in oder Therapeut*in über den Verlauf und das Ergebnis der Therapie.
Unser Team
Co-Leitung:
- Dr. Dr. med. Lucia Bulubas
- Dr. med. Gerrit Burkhardt
- Prof. Dr. med. Frank Padberg
Team;
- Dr. med. Jonas Björklund – Studienarzt
- Esther Dechantsreiter, M.Sc. – Koordination
- Beate Dornheim – Klinische Durchführung
- Miaoxi Chen, M.Sc. – Wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Andreas Huth, M.Sc. – Studienarzt
- Margarethe Woeckel – Studienärztin